Artikel: Nachhaltige Kleidung vs. Fast Fashion
Nachhaltige Kleidung vs. Fast Fashion
Wissen Sie, wo Ihre Kleidung hergestellt wurde und unter welchen Bedingungen?
130 Milliarden Kleidungsstücke werden jährlich weltweit hergestellt, und die Textilindustrie versucht mit allen Mitteln, immer mehr und zu geringeren Kosten zu produzieren.
Als "Fashion Designerin" kann ich Ihnen versichern, dass ein Kleid für 29.90 Franken, unter Berücksichtigung von Material, Arbeitskraft und Transport, unmöglich ist, wenn man ethisch verantwortungsvolle Produktionsmethoden einhält.

Aber wie schafft es die Modeindustrie, solch lächerliche Preise anzubieten?
Erstens sind die verwendeten Materialien oft von schlechter Qualität; die Stoffe verformen sich beim Waschen und nutzen sich in kürzester Zeit ab. Wer billiger sagt, sagt natürlich auch geringere Qualität. Zweitens legen billige Kleider, die in Tausenden von Exemplaren und in Massenproduktion hergestellt werden, keinen Wert auf Details. Wer hat noch nie ein Kleidungsstück mit schlampigen Verarbeitungen gekauft, bei dem die Nähte nach dem ersten Waschen reißen? Diese Kleider haben eine sehr begrenzte Lebensdauer und werden sofort durch die nächsten Trends ersetzt.
Als Beispiel für billige Stoffe kann ich Ihnen eines unter vielen nennen. Als ich für meinen Master in "Fashion Design" in London war, hatte eine meiner Kolleginnen in London Scuba-Stoff gekauft und auch aus China liefern lassen. Der Preis des Stoffes aus China war 15-mal niedriger, aber der Stoff war von sehr schlechter Qualität. Außerdem war er unbequem und seine Haptik erinnerte an Plastik.
Die Modeindustrie versucht mit allen Mitteln, die Herstellungskosten zu senken. Sie verlagert daher ihre Produktion in Länder mit billigen Arbeitskräften, was es ihnen ermöglicht, lächerliche Löhne zu zahlen. Sehr niedrige Löhne bedeuten auch beklagenswerte Arbeitsbedingungen für die Arbeiterinnen und Arbeiter. Hinzu kommen die baufälligen Gebäude, in denen die Arbeiterinnen und Arbeiter arbeiten. Die jüngste Katastrophe ist der Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch, bei dem mehrere Tote und Tausende von Verletzten zu beklagen waren (Rana Plaza).
Als Verbraucher haben Sie die Wahl!
Immer mehr Schweizer legen Wert auf die Herkunft ihrer Lebensmittel. Dies konnten wir auch bei der Herausforderung "Februar ohne Supermarkt 2018" feststellen, bei der die Verbraucher lokale Händler bevorzugten. Wie bei unserer Nahrung hat jeder eine Rolle zu spielen, um die Modeindustrie nach und nach zu verändern. Schweizer oder europäische Marken oder Designer wegen ihrer Werte, ihres Know-hows und der Qualität ihrer Kleidung zu bevorzugen, ist bereits ein Schritt hin zu ethisch verantwortungsvoller Mode.
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