Neue ökologische und ethische Stoffe in der Textilindustrie
Warum Bio-Textilien die beste Alternative sind
Sie haben zweifellos schon gehört, dass die Fast-Fashion-Industrie sehr umweltschädlich ist, und diese Aussage ist nicht unbegründet. Tatsächlich erzeugt die Herstellung, der Vertrieb sowie der Transport von Fast-Fashion-Produkten eine enorme Menge an Treibhausgasen.
Dies liegt hauptsächlich an den synthetischen Fasern, die zur Herstellung von Kleidung verwendet werden, wobei Nylon, Polyester und Acryl die am weitesten verbreiteten sind. Da diese aus fossilen Brennstoffen gewonnen werden, erfordert ihre Produktion einen hohen Energieaufwand, der wiederum zu einer starken Umweltverschmutzung führt. Statistiken zufolge ist der Textilsektor für 10 % der CO2-Emissionen verantwortlich, im Vergleich zu nur 5 % für den Luft- und Seeverkehr.
Neben dem ökologischen Aspekt wirft die Fast Fashion auch ethische Bedenken auf. Um eine große Menge an Kleidung in Massenproduktion herzustellen, vernachlässigen viele Marken den menschlichen Aspekt. Die Arbeitskräfte sind gezwungen, unter gefährlichen Bedingungen zu arbeiten, mit anstrengenden Arbeitszeiten und unzureichenden Löhnen. Statistisch gesehen zahlen 93 % der Marken ihren Arbeitern keinen angemessenen Lohn.
An dieser Stelle kommt die nachhaltige Mode ins Spiel: Sie ist sowohl ökologisch als auch ethisch vorteilhaft! Ob recycelte Fasern, Pflanzenfasern, Tierfasern oder halbsynthetische Fasern, all diese natürlicheren Lösungen schonen erhebliche Ressourcen. Tatsächlich benötigen sie wenig Wasser und Energie, sind biologisch abbaubar, reduzieren Abfälle durch Recycling und haben obendrein eine geringe Umweltbelastung.
Darüber hinaus greifen ethische Labels auf Produkte aus dem fairen Handel zurück, was den Arbeitskräften eine gute Bezahlung garantiert. Außerdem werden keine toxischen Farbstoffe, die die Gesundheit der Arbeiter schädigen könnten, zum Färben der Kleidung verwendet. Stattdessen kommen natürliche oder recycelte Farbstoffe zum Einsatz, und in vielen Fällen gar keine Farbstoffe!
Ein Blick auf die verschiedenen ökologischen Alternativen
- Kaktusleder
Eine ganz neue Innovation ist das Kaktusleder, eine vegane Alternative zu traditionellem Leder. Wie der Name schon sagt, wird dieses Leder aus Kaktusblättern hergestellt und bietet zahlreiche Vorteile! Neben der Tatsache, dass Kakteen eine reichlich vorhandene Pflanze sind, benötigen sie wenig Wasser und Pestizide, wodurch Ressourcen gespart werden. Die Kakteenkultivierung ist somit nicht auf Bewässerungssysteme angewiesen, sondern ernährt sich vielmehr vom gelegentlichen Regenwasser. Darüber hinaus ist Kaktusleder dank seiner Elastizität leicht zu verarbeiten. Es ist außerdem anpassungsfähig und atmungsaktiv, ganz ähnlich wie Tierleder.
- Ananasleder
Ananasleder, oder Pinatex, ist ein pflanzliches Leder, das aus Ananasblättern hergestellt wird. Dieses Material hilft, Abfall zu reduzieren, indem es die verbleibenden Pflanzenfasern der Ananas in Leder umwandelt. Produziert ohne Pestizide oder toxische Düngemittel, vereint dieses Naturleder Geschmeidigkeit und Flexibilität. Es ist außerdem vollständig biologisch abbaubar und vegan! Ein geringer CO2-Fußabdruck, keine Schädigung von Tieren – was will man mehr?
- Eukalyptusleder
Natürlich und nachhaltig ist Eukalyptusleder ein Textil, das aus Eukalyptusblättern hergestellt wird. Als robuste und schnell wachsende Pflanze ist Eukalyptus eine der besten Alternativen zu Tierleder. Darüber hinaus erfordert der Anbau von Eukalyptus wenig Wasser und Energie, was ihn zu einer sehr ökologischen Aktivität macht. Eukalyptus besteht zudem aus widerstandsfähigen Fasern, die sowohl atmungsaktiv als auch biologisch abbaubar sind.
- Kautschukleder
Auch als Waldstoff bekannt, wird Kautschukleder aus dem Saft des Gummibaums, also Latex, hergestellt. Dieser Stoff wird aus Baumwoll- oder Jutegewebe hergestellt, auf das Kautschukmilch gegossen wird. Um verschiedene Farben zu erhalten, kann die Milch anschließend mit Pflanzenfarbstoffen eingefärbt werden, sodass das Endprodukt keine giftigen Substanzen enthält! Kautschukleder ist bekannt für seine große Geschmeidigkeit, seinen Komfort und seine Haltbarkeit. Es wird häufig zur Herstellung von Ledertaschen verwendet, die genauso weich sind wie solche aus Tierleder!
- Kork
Als 100% Naturprodukt wird Kork nicht nur für Verschlüsse verwendet, sondern auch für Accessoires, Taschen und Schlüsselanhänger! Kork ist eine ideale Alternative zu Tierleder und besitzt bemerkenswerte Eigenschaften, die ihn leicht verarbeitbar machen: Er ist leicht, wasserundurchlässig und widerstandsfähig. Darüber hinaus ist er ökologisch und ethisch, da es sich um ein biologisch abbaubares und recycelbares Material handelt, das weder Fauna noch Flora schadet.
Neuartige Textilien: Pilzleder
Dieses vegane Leder, zu 100 % aus Pilzen bestehend, ist eine relativ neue Entdeckung. Es ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch sehr vielseitig und bietet originelle Textildesigns!
Man sollte auch wissen, dass Pilzkulturen viel reichhaltiger sind als Tierkulturen. Der Pilz ist bekannt für sein unglaublich schnelles Wachstum, das täglich um mehrere Zentimeter zunimmt. Ein weiterer Vorteil ist, dass er völlig tierleidfrei ist: Bei der Herstellung von Pilzleder werden keine Tiere misshandelt.
Zusammenfassend: biologisch abbaubar, naturfreundlich und nachhaltig.
Algen: Eine hervorragende Variante des klassischen Stoffes
Eine weitere Revolution in der Modewelt ist der Textilstoff auf Algenbasis: SeaCell™. Dieser wird aus einer Kombination von Algen und Zellulose nach dem Lyocell-Verfahren hergestellt.
Zur Gewinnung dieses Textils werden getrocknete Algen gemahlen und anschließend in die Zellulosefaser eingearbeitet, aus der dann Textilien für vielfältige Verwendungszwecke gewonnen werden.
Darüber hinaus ist Seacell eine sehr vorteilhafte Faser, da sie keine Feuchtigkeit speichert, knitterarm ist und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt. Dies macht sie zum perfekten Material für Sportbekleidung und Unterwäsche!
Wussten Sie, dass Forscher einen Stoff aus lebenden Algen entwickelt haben? Im Rahmen der Pariser Fashion Week wurde sogar eine kleine Kollektion aus diesem Stoff produziert.
Aus ökologischer Sicht sind Algen unglaublich heilsam. Aus diesem Grund gewinnt die Produktion von Mikroalgen heute so an Bedeutung: Sie haben die Fähigkeit, CO2 zu absorbieren und in Sauerstoff umzuwandeln. Eine intelligente Art, unsere Städte zu entlasten.
Bio-Pelz: eine nachhaltige Exklusivität
Da echter Pelz ein Synonym für Tierquälerei ist, gibt es andere Lösungen, um modisch zu bleiben, insbesondere Kunstpelz!
Hergestellt aus recyceltem Plastik, Mais oder sogar Hanf, ist er in allen Mustern und Farben erhältlich, ohne die Tiere zu gefährden.
In diesem Sinne hat die bekannte Marke Ecopel einen halbsynthetischen Bio-Pelz entwickelt, bekannt als Koba. Dieser wird aus einer Mischung von Mais und recyceltem Polyester hergestellt, was ihn sowohl ökologisch als auch ethisch macht!
Was zu beachten ist
Angesichts der aktuellen ökologischen Krise ist es wichtiger denn je, in der Modebranche eine umweltbewusste Entscheidung zu treffen.
Mit der wachsenden Zahl von Marken, die sich der nachhaltigen Mode zuwenden, steht uns eine große Auswahl an Kleidung, Schuhen und Accessoires zur Verfügung!
Allerdings muss man den Unterschied zwischen echter Nachhaltigkeit und Greenwashing erkennen.
Bleiben Sie im Trend und reduzieren Sie gleichzeitig Ihre Umweltauswirkungen, indem Sie faire und ethische Produkte bevorzugen!
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